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Vortrag von Hildegard König über Frauen in der frühen Kirche
Was können wir von den Anfängen lernen?

Am 25. Mai 2009 hielt Privatdozentin Dr. Hildegard König im Hörsaal 1 der PTH Benediktbeuern einen Vortrag zum Thema: »Umstrittene Gemeindearbeit – Wahrnehmung und Wertung des kirchlichen Dienstes von Frauen in einer syrischen Gemeinde des 3. Jahrhunderts«.

Hildegard König - Margit Eckholt
PD Dr. Hildegard König (li.) mit der Benediktbeurer Dogmatikerin Prof. Dr. Margit Eckholt (re.)



Professor Pater Dr. Lothar Bily SDB, Rektor der PTH, begrüßte die Referentin sowie die rund 25 Zuhörer und eröffnete mit einem kurzen Impuls zur Stellung der Frau in der Kirche die Veranstaltung. Anschließend stellte Frau Dr. Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik an der PTH, ihre ehemalige Tübinger Studienkollegin kurz vor: Frau Dr. König, die in Chemnitz lebt, wirkt derzeit als Gastprofessorin für Kirchengeschichte und Patristik an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Technischen Universität Dresden, wo sie einem Lehrauftrag für Kirchengeschichte nachkommt. Daneben ist sie u. a. Vizepräsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes.

Frau Dr. König begann ihren Vortrag mit einer Anekdote über das »Fräulein Religionslehrerin« um die heutige Situation der Frauen in der Kirche, zu verdeutlichen, die oft zwischen allen Stühlen sitzen. Die Probleme seien keineswegs neu; bereits in den frühchristlichen Gemeinden finde sich eine große Vielfalt – auch was die Rolle der Frau betrifft. Auskunft über eine regionale Lösung gibt die sog. »syrische Didaskalie«, eine Kirchenordnung des 3. Jahrhunderts, die sich u. a. mit Fragen der Ämter- und Gemeindestruktur, Pflichten und Moral befaßt und damit einen Vorläufer des Kirchenrechts darstellt. Die Didaskalie verurteile zwar einerseits die Tätigkeiten der Gemeindewitwen insbesondere gegenüber dem Bischof als dem wahren Gemeindeleiter, andererseits werde so deutlich, wie umfangreich die Arbeitsfelder dieser Frauen in der frühen Kirche bereits waren. Sie umfaßten neben Verkündigung und Lehre auch missionarisches Wirken, die Seelsorge für Kranke und Exkommunizierte, die Taufe sowie die Armenfürsorge. Dabei lasse die Schärfe der Kritik darauf schließen, daß die Gemeindewitwen ihr Amt relativ eigenständig und erfolgreich ausübten. Das Verbot ihrer Tätigkeit sei in engem Zusammenhang mit der zu dieser Zeit zunehmenden Verfestigung der institutionellen Gemeindestrukturen zu sehen. Die entstehende Versorgungslücke sollte durch die Arbeit von Diakonen geschlossen werden, wobei dieses Amt zur damaligen Zeit sowohl von Männern als auch von Frauen ausgeübt wurde.

Für die Kirche heute ergeben sich nach Frau Dr. König folgende drei Impulse: Zum einen waren Frauen schon in der frühen Kirche pastoral tätig, auch wenn ihre Aufgaben mit der Institutionalisierung eine Abwertung erfuhren, deren Ursachen und Zweck genau zu betrachten sind. Zum anderen sei ein spannungsreiches Verhältnis zwischen Laien und Klerikern, wie es bereits damals herrschte, kein Indikator für den Niedergang der Kirche. Es gelte vielmehr, heute eine angemessene Antwort dafür zu finden. Schließlich entspreche das Amt der Diakonin damals nicht der Erwartung an ein Diakoninnenamt heute, woraus sich die Aufforderung ergebe, die Laienämter der Frauen zu stärken und wertzuschätzen.

Barbara Waldmann / PTH-Pressestelle / 4. Juni 2009
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