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Weltweite
Don-Rua-Tagung
mit Benediktbeurer Beteiligung

Am 6. April 2010 jährt sich der Todestag des seligen Don Michele Rua (1837–1910), des Nachfolgers des heiligen Don Giovanni Bosco (1815–1888), zum 100. Mal.

ACSSA 2009


Aus diesem Grund hat der salesianische Geschichtsverein ACSSA (Associazione Cultori di Storia Salesiana) vom 28. Oktober bis zum 1. November zu einer weltweiten Don-Rua-Tagung nach Turin-Valdocco eingeladen. Insgesamt 90 Salesianer Don Boscos, Don-Bosco-Schwestern und Laien aus fünf Kontinenten folgten der Einladung, darunter der stellvertretende salesianische Generalobere Don Adriano Bregolin und die Generalsekretärin der Don-Bosco-Schwestern, Schwester Piera Cavaglià.

Benediktbeuern, das Studienzentrum der deutschsprachigen Salesianer, war durch den Liturgiewissenschaftler Prof. Pater Dr. Josip Gregur und den Kirchenhistoriker Prof. Pater Dr. Norbert Wolff vertreten. Anwesend war außerdem die Don-Bosco-Schwester Dr. Maria Maul aus Vöcklabruck (Oberösterreich), die im letzten Jahr in Benediktbeuern zu einem Thema aus der salesianischen Geschichte promoviert hatte.

In seiner Eröffnungsansprache betonte der ACSSA-Vorsitzende Norbert Wolff, daß die Kongregationen der Salesianer und der Don-Bosco-Schwestern eigentlich erst unter Don Rua zu weltweiten Gemeinschaften geworden seien. Beispielsweise habe es im Todesjahr Don Boscos (1888) insgesamt 773 Salesianer und 415 Don-Bosco-Schwestern in wenigen Ländern Süd- und Westeuropas sowie Südamerikas gegeben. Bis zum Tode Don Ruas (1910) sei die Zahl auf 4.001 Salesianer und 2.716 Don-Bosco-Schwestern in Europa, Amerika, Asien und Afrika angestiegen. Der Nachfolger Don Boscos habe es verstanden, in der Treue zum Charisma des Gründers die Strukturen zu schaffen und auszubauen, die für eine weltweite Ausbreitung notwendig gewesen seien.

Auf dem Tagungsprogramm standen 41 Referate, in denen es schwerpunktmäßig um die Beziehung Don Ruas zu einzelnen Ländern ging. Norbert Wolff befaßte sich mit der Bedeutung des salesianischen Generalobern für die deutschprachigen Länder. In Josip Gregurs Referat ging es um »Don Rua und die Kirchenmusik«. Maria Maul thematisierte das Verhältnis Don Ruas zu den Don-Bosco-Schwestern. Aus allen Beiträgen ging hervor, daß Don Rua nicht einfach »der Mann im Schatten Don Boscos« war, als den man ihn gelegentlich bezeichnet hat, sondern daß er in seiner 22jährigen Amtszeit als Generaloberer sehr wichtige eigene Akzente setzte. »Aufgrund seines vorbereitenden Wirkens kann man ihn als den Vater des deutschen Don-Bosco-Werkes bezeichnen«, so Norbert Wolff.

Im Rahmen der Tagung wurde in der Turiner Maria-Hilf-Basilika eine Don-Rua-Ausstellung eröffnet, die im Laufe des Jubiläumsjahres noch in verschiedenen anderen salesianischen Einrichtungen zu sehen sein soll. Am Ende der Tagung wurde der neue Vorstand der ACSSA gewählt. Turnusgemäß ging der Vorsitz an eine Don-Bosco-Schwester, nämlich an die Italienerin Dr. Grazia Loparco, die in Rom Kirchengeschichte lehrt. Norbert Wolff bleibt im Vorstand, dem für die nächsten Jahre auch Maria Maul angehören wird.

Die weltweite Don-Rua-Tagung wird im kommenden Jahr noch ein Nachspiel in Benediktbeuern haben: Die Referenten aus dem mitteleuropäischen Raum, die in Turin vertreten waren (u. a. aus Österreich, Belgien, Polen und Slowenien) , werden ihre Ergebnisse am 16./17. April 2010 in deutscher Sprache anläßlich eines Don-Rua-Studientages präsentieren. An diesem Studientag können Salesianer Don Boscos, Don-Bosco-Schwestern, Angehörige der Don-Bosco-Familie, Benediktbeurer Studierende und weitere Interessenten teilnehmen.

Die Benediktbeurer Salesianer Don Boscos besitzen übrigens einen Originalbrief Don Ruas, der ihnen vor einiger Zeit von Roswitha Busch-Hofer überreicht worden ist. Deren Großvater Georg Busch hatte sich an den salesianischen Generalobern mit dem Vorschlag gewandt, im Bereich der kulturellen Erziehung zusammenzuarbeiten. Don Ruas Antwort fiel freundlich, aber nicht unbedingt zustimmend aus: Wenn Herr Busch sich einmal in der Nähe von Turin befinden sollte, könne er bei den Salesianern vorbeikommen und sein Anliegen näher ausführen.

Norbert Wolff / PTH-Pressestelle / 18. November 2009
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