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Dreifaches Priester-jubiläum im Kloster Benediktbeuern

Wenn am 29. Juni 2011 Papst Benedikt XVI. auf 60 Jahre im priesterlichen Dienst zurückblickt, können auch drei verdiente Salesianer Don Boscos im Kloster Benediktbeuern ihr Weihejubiläum feiern:

Leo Weber - Claudius Amann - Ottmar Schoch
V.l.n.r.: Prof. P. DDr. Leo Weber SDB, Direktor P. Claudius Amann SDB, Prof. P. Ottmar Schoch SDB


Professor Pater DDr. Leo Weber (82) und Professor Pater Ottmar Schoch (78) sind seit 50 Jahren Priester, Direktor Pater Claudius Amann (54) seit 25 Jahren.

Der emeritierte Kirchen- und Kunsthistoriker Leo Weber stammt aus Gosheim (Lkr. Tuttlingen). Er absolvierte zunächst eine Malerausbildung und kam 1947 als Spätberufener nach Buxheim bei Memmingen, um zwei Jahre später ans Benediktbeurer Salesianergymnasium zu wechseln. Am 15. August 1952 legte er in Ensdorf (Oberpfalz) die ersten Ordensgelübde ab. Es folgten pädagogische Praktika in München und Burghausen sowie ein Theologiestudium in Benediktbeuern. Am 29. Juni 1961 wurde er hier in der Basilika St. Benedikt zum Priester geweiht. An der Universität München konnte er 1970 sein kirchengeschichtliches Promotionsstudium (bei Professor Dr. Georg Schwaiger) und 1983 sein kunstgeschichtliches Promotionsstudium (bei Professor Dr. Norbert Lieb) abschließen. Seit 1970 wirkte er als Dozent und – seit der staatlichen Anerkennung der Ordenshochschule im Jahre 1981 – als Professor in Benediktbeuern. Pater Leo Weber, der den Benediktbeurer Lehrstuhl bis zu seiner Entpflichtung im Sommer 2000 innehatte, prägte mehrere Generationen zukünftiger Priester, Pastoralreferenten und Religionslehrer. Seine Studierenden haben ihn als einen sehr kompetenten, engagierten und humorvollen Wissenschaftler kennengelernt, der sich nicht scheut, aus dem Glauben heraus zu aktuellen Themen dezidiert Stellung zu beziehen. Seine Forschungsschwerpunkte sind vor allem das Kloster Benediktbeuern, die Salesianer Don Boscos, die christliche (barocke) Kunst, die schwäbische Heimat und – in letzter Zeit – die bayerischen Gebirgsschützen. Aus seinen Veröffentlichungen spricht die Überzeugung, daß Identität auf historische Vergewisserung angewiesen ist und daß aus der Beschäftigung mit der Geschichte Verantwortung erwächst. Zum 80. Geburtstag am 12. Dezember 2008 hat die Gemeinde Benediktbeuern ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Der emeritierte Psychologe Ottmar Schoch stammt aus Stuttgart und wuchs ab 1945 in Schwäbisch Gmünd auf. Von 1948 an besuchte er das Benediktbeurer Salesianergymnasium. Am 15. August 1952 legte er in Ensdorf die ersten Ordensgelübde ab. Es folgte ein pädagogisches Praktikum in Buxheim sowie das Theologiestudium in Benediktbeuern. Am 29. Juni 1961 wurde er hier ebenfalls zum Priester geweiht. In Würzburg, Münster und Marburg studierte er anschließend Psychologie. Seit 1968 ist er wiederum in Benediktbeuern tätig, zunächst als Dozent an der Höheren Fachschule für Sozialpädagogik, deren Leitung er im Folgejahr übernahm. Als die Fachschule 1971 in die neugegründete Katholische Stiftungsfachhochschule München integriert wurde, erhielt er eine Professur für Psychologie. Von 1971 bis 1972 sowie von 1988 bis 1992 leitete Pater Schoch die Benediktbeurer Abteilung der Fachhochschule. In der Zwischenzeit war er maßgeblich am Aufbau weiterer Einrichtungen in Benediktbeuern und Umgebung beteiligt. Die Erziehungsberatungsstellen Benediktbeuern und Weilheim-Schongau verdankten ihm ebenso ihr Entstehen wie das Jugendpastoralinstitut Don Bosco in Benediktbeuern, dessen Leiter er von 1978 bis 1985 war. Nach seiner 1997 erfolgten Emeritierung konnte Pater Schoch als Koordinator des inzwischen bundesweit bekannten Benediktbeurer Zentrums für Umwelt und Kultur wichtige Akzente setzen. Für sein Wirken ist er mehrfach ausgezeichnet worden. So erhielt er 1997 das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Ehrenmedaille der Kirchlichen Stiftung Katholische Bildungsstätten für Sozialberufe in Bayern und2000 die Bayerische Umweltmedaille. In den letzten Jahren engagiert er sich besonders für den Förderverein JUWEL Kloster Benediktbeuern.

Direktor Claudius Amann stammt aus dem badischen Markdorf (Bodenseekreis). Er kam 1967 nach dem Abschluß der Grundschule ins salesianische Internat in Buxheim. Hier bestand er im Jahre 1976 die Abiturprüfung, um anschließend in Jünkerath in der Eifel sein Noviziatsjahr zu beginnen. Am 15. August 1977 legte er die ersten Gelübde als Salesianer Don Boscos ab. Pädagogische Praktika führten den jungen Ordensmann nach Buxheim (1977/78) und nach Burghausen (1980/81). Das Studium der Katholischen Theologie und der Sozialpädagogik absolvierte er von 1978 bis 1985 an den beiden Benediktbeurer Hochschulen (Philosophisch-Theologische Hochschule und Katholische Stiftungsfachhochschule). Am 29. Juni 1986 wurde er in der Basilika St. Benedikt durch den österreichischen Kurienkardinal Alfons Stickler zum Priester geweiht. Das Kloster am Fuße der Benediktenwand sollte weiterhin Pater Amanns Wirkungskreis bleiben. Zunächst wurde der Neupriester als Bildungsreferent im »Aktionszentrum« eingesetzt. Schließlich stieg er zum Leiter dieser Jugendbildungsstätte auf. Von 2001 bis 2003 versah er die Aufgabe eines Hochschulseelsorgers. Im Sommer 2003 trat er sein Amt als Direktor der Klostergemeinschaft mit ihren rund 50 Mitbrüdern an. Pater Amann wird weit über den Bereich des Klosters Benediktbeuern hinaus geschätzt als Ordensoberer, der auf die Menschen zugeht und der zuhören kann. Er gehört dem Provinzialrat der Salesianer Don Boscos, d. h. dem deutschlandweiten Leitungsgremium des Ordens, und außerdem dem Priesterrat der Diözese Augsburg an.

Ohne Übertreibung darf gesagt werden, daß das Kloster Benediktbeuern mit seinen verschiedenen Jugend- und Bildungseinrichtungen nicht den Stellenwert innerhalb der deutschen Kirche besäße, den es heute hat, wenn sich nicht die drei Jubilare in beispielloser Weise engagiert hätten. Theorie und Praxis der (Jugend-)Pastoral sind hier sinnvoll miteinander vernetzt. »Jugend, Schöpfung, Bildung – heute für morgen«, das Motto, das sich die Salesianer Don Boscos im Kloster Benediktbeuern gegeben haben, bestimmt auch das Leben der drei Jubilare.

Norbert Wolff / PTH-Pressestelle / 23. Juni 2011
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