Philosophisch-Theologische Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern – Theologische Fakultät –
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"Eher breche ich ein Gesetz der Kirche
als das Herz eines Menschen."

Vortrag an der PTH von Dr. Thomas von Mitschke-Collande

„Eher breche ich ein Gesetz der Kirche als das Herz eines Menschen“. Unter dieses Motto hatte Dr. Thomas von Mitschke-Collande seinen Vortrag am 29. April im Kloster Benediktbeuern gestellt.

von Mitschke-Collande bei Vortrag

Dr. Thomas von Mitschke-Collande bei seinem Vortrag an der PTH (Foto: Martin Blösl, ZUK).


 

Etwa 40 Zuhörerinnen und Zuhörer waren zu dieser Veranstaltung der Philosophisch-Theologischen Hochschule erschienen, um sich vom Referenten in die Kernthesen seines inzwischen sehr bekannten Buches „Schafft sich die katholische Kirche selbst ab?“ einführen zu lassen. Von Mitschke-Collande ist nicht nur ein renommierter Unternehmensberater, er ist als Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und des Augsburger Diözesanrates wie auch des Gemeinderates seines Heimatortes Tutzing kirchlich wie politisch hoch engagiert und kennt „seine“ Kirche sehr gründlich auch „von innen“.

Ausgehend von der Feststellung Papst Benedikts XVI., dass die Krise der Kirche eine Glaubenskrise sei, bot der Referent einen ebenso knappen wie rasanten Durchgang durch die verschiedenen Aspekte der Kirchenkrise als einer Glaubens-, Vertrauens-, Autoritäts-, Führungs-, Struktur- und Vermittlungskrise, um so zu zeigen, dass sich Glaubens- und Kirchenkrise gegenseitig bedingen und dadurch die Entwicklung der gesamten Kirche – zumindest hier in Deutschland und Mitteleuropa – in eine Abwärtsspirale geraten sei. Den üblichen „Fluchtwegen“ wie etwa Verharmlosung oder Leugnung der Krise, pauschale Schuldzuweisungen an „die“ Moderne, Verweis auf die positive Entwicklung der Weltkirche im ganzen oder Aufrufe zum Rückzug in die „Wagenburg“ frommen Kirchenglaubens erteilte der Referent eine klare Absage. Er forderte vielmehr einen „Paradigmenwechsel“, der einen Wandel von der Gehorsam einfordernden und über die Gläubigen bestimmenden Kirche hin zu einer dienenden, hörenden, helfenden und lernenden Kirche bedinge. Die Kirche müsse ihre „Sprachlosigkeit“ gegenüber der modernen Welt überwinden und zu einer „Kultur des Miteinanders“ von Klerikern und Laien finden, denn die Laien würden über die Zukunft der Kirche entscheiden. Die Kirche müsse „katholischer“ (also umfassender, pluraler) werden und weniger „römisch“. Dafür sah von Mitschke-Collande gute Anätze im nordamerikanischen Katholizismus. Er versäumte nicht, auch auf viele positive Ansätze und Schritte zu verweisen, die auch von Rom und den Bischöfen in den letzten Jahren bereits ausgegangen seien, und setzt nun große Hoffnungen auf das Pontifikat des neuen Papstes Franziskus, der schon in den ersten Äußerungen viel von dem aufgegriffen habe, was der Referent für notwendig hält.

Verständlich, dass ein vor allem durch die knappe und apodiktische Art des Referenten provokantes Referat kontroverse Reaktionen im Publikum hervorrief. Vor allem von der Seite der Theologen wurden die Ausführungen als Verzeichnung des wirklichen Bildes der Kirche kritisiert, zudem habe der Referent zu wenig berücksichtigt, dass viele von ihm in die Diskussion gebrachten Positionen der kirchlichen Lehre und des kirchlichen Selbstverständnisses dogmatische, nicht beliebig veränderbare Aussagen des Lehramtes seien.

Der sachliche Beobachter hatte den Eindruck, dass über dem Streit der Meinungen die eingangs zitierte „Glaubenskrise“ etwas aus dem Blick geraten war. Jedenfalls schien es, dass genau in diesem Punkt keine der beiden Seiten eine überzeugende Antwort zu geben hatte. Doch wird uns diese Frage schon nach biblischem Zeugnis bis zum Ende der Zeiten beschäftigen: „Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben finden?“ (Lukas 18,8).

 

Prof. P. Dr. Lothar Bily  für die PTH-Pressestelle / 8. Mai 2013
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